Markt Marktleugast

Markt Marktleugast – Aktuelles

2. Tag der Partnerschaft: Empfang im Landratsamt Kulmbach

Gäste aus Pilisszentiván empfangen: „Ohne Ungarn kein Frieden in Europa“

Einen herzlichen Empfang bereitete Landrat Klaus Peter Söllner gestern Vormittag der 50-köpfigen Delegation aus Pilisszentiván im Sitzungssaal des Landratsamts. Grund ist das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen dem Markt Marktleugast und der ungarischen Gemeinde unter dem Gedanken „Bürgerinnen und Bürger für ein geeintes Europa“.

„Ich habe schon viele schöne Stunden in Pilisszentiván erlebt, und es herrschte immer eine Atmosphäre der Freundschaft und der Partnerschaft. Insbesondere mit Bürgermeister Gabor Pénzes habe ich wunderschöne Tage verbracht“, stellte der Landrat fest. „Und wir haben auch manchmal das eine oder andere Gläschen Wein zu viel miteinander getrunken.“ Söllner hieß auch den „Architekten“ der Partnerschaft, Georg Bauer, aus Marktleugast willkommen: „Ohne ihn gäbe es diese Partnerschaft mit großer Wahrscheinlichkeit nicht“, sagte er.

Der Landrat machte deutlich, dass die Bundesrepublik Deutschland arm an Rohstoffen ist. Deshalb könne man sich nur auf den Geist der jungen Menschen verlassen. Am Beispiel einiger großer Firmen in Stadt und Landkreis Kulmbach zeigte Söllner deren Weltmarktstellung auf. Derzeit könne man im Landkreis eine wirtschaftlich gute Situation verzeichnen. Landrat Söllner: „Wir haben wenig Arbeitslose, und wenn es so weitergeht, werden wir in zehn Jahre keine Erwerbslosen mehr haben, sondern dringend junge Leute brauchen.“

Der Landrat sprach auch das Klinikum Kulmbach an, das gegenwärtig mit 1400 Mitarbeitern und knapp 200 Ärzten sehr erfolgreich arbeite. Unter den Ärzten seien 40 bis 50 Mediziner, die nicht die deutsche Muttersprache besitzen.

Ungarn sehr viel zu verdanken Deutschland habe Ungarn sehr viel zu verdanken, so der Landrat weiter: „Vor 25 Jahren haben die Ungarn am Neusiedler See die Grenze geöffnet, und das werden wir Deutschen ihnen nie vergessen. Mit dieser Grenzöffnung hat sich die Architektur in Europa völlig verändert. Vor 25 Jahren waren sich – 70 Kilometer von Marktleugast entfernt – die Truppen des Warschauer Paktes und die Nato-Truppen Auge in Auge gegenüber gestanden. Heute ist ein freies Europa für die junge Generation eine Selbstverständlichkeit. In meiner Jugend habe ich noch erlebt, dass wir eine Bedrohung gesehen haben und immer Angst hatten, dass es in diesem Gebiet irgendwann einen neuen Krieg geben würde. Nur derjenige, der das erlebt hat, kann ermessen, dass uns eine große Gnade gegeben ist, in Frieden und Freiheit zu leben und nur von Freunden umgeben zu sein.“

Deutschland, so der Landrat, habe heute als wirtschaftlich stärkste Macht auch eine Verpflichtung, nämlich für ganz Europa da zu sein. Ohne die Ungarn, die damals die Grenzöffnung möglich gemacht haben, wäre nach den Worten von Landrat Klaus Peter Söllner ein Europa in Frieden und Freiheit nicht möglich gewesen.

Bürgermeister Gabor Pénzes dankte mit herzlichen Worten für die Einladung und den Empfang. Die ungarische Delegation bestand in erster Linie aus Vertretern des Gemeinderats von Pilisszentiván, des Kindergartens, des Rentnervereins und des ortsgeschichtlichen Bereichs. Pénzes unterstrich ebenfalls die Rolle Ungarns im vereinten Europa. Auch die Partnerschaft zwischen Marktleugast und Pilisszentiván habe bewusst oder unbewusst etwas zum vereinten Europa beigetragen, und darauf könnten die Einwohner beider Gemeinden stolz sein.

Der Marktleugaster Bürgermeister Franz Uome hob hervor, dass Landrat Klaus Peter Söllner immer hinter der Partnerschaft zwischen Marktleugast und Pilisszentiván stand. Klemenz Angermann und Michael Beck von Referat Wirtschaftsförderung am Landratsamt stellten noch kurz die Lage und Struktur des Landkreises Kulmbach vor.