Markt Marktleugast

Markt Marktleugast – Aktuelles

4. Tag der Partnerschaft: Chor- und Orgelkonzert in der Basilika

Emotionales Konzert bei Freunden / Der Gemischte Chor und Lewente Karpati brillierten

Vor 25 Jahren wurde die Partnerschaft zwischen dem oberfränkischen Marktleugast und ungarischen Pilisszentiván in der Oberlandgemeinde besiegelt. Schon damals ließ es sich der europaweit bekannte Gemischte Chor aus Sanktiwan um Piroschka und Franz Neubrandt nicht nehmen in der Marienwallfahrtskirche Marienweiher aus Dankbarkeit für dieses geschichtliche Ereignis der ersten deutschungarischen Gemeindepartnerschaft überhaupt ein Chorkonzert zu geben.

Jubiläumskonzert in der Basilika Marienweiher

So durfte dies auch zum 25-jährigen Jubiläum dieser Unterzeichnung am Freitagabend in den vergangenen Festtagen nicht fehlen. Die Marienwallfahrtskirche war auch diesmal nahezu voll besetzt und der Gemischte Chor gab in der Basilika ein mehr als beeindruckendes Chor- und Orgelkonzert.

Dabei waren die 25 Jahre Partnerschaft und die dadurch entstandenen Freundschaften während des gesamten Konzerts greifbar. Auch konnte man spüren, dass die 33 Sängerinnen und Sänger durch mehrmalige Auftritte in der Basilika wunderbar mit dem Raum und seiner Akustik vertraut sind. Schon der Einzug mit der Fahne vorweg gefolgt vom Chor und seinen beiden Dirigenten Franz und Piroschka Neubrandt unter wuchtigen Orgelklängen war einzigartig. Danach folgten insgesamt elf Stücke, die die gesamte Bandbreite des Chores aufzeigten: Von Manfred Bühlers sehr gefühlvoll vorgetragenem "Herr der Welten" über Steve Holcombs "Holy is the Lord" bis hin zu Johann Sebastian Bachs "Ach bleib bei uns, Herr Jesus Christ." Bei Verdis "La Vergine degli Angeli" setzte der Chor die für diesen italienischen Komponisten typische Dramatik gut spürbar um.

Beeindruckend waren auch die Stücke, bei denen zunächst eine Solistin begann und der Chor zu einem späteren Zeitpunkt einsetzte: Etwa bei Cesar Francks "Panis Angelicus" etwa mit dem bekannten Echoeffekt, bei dem der Chor die Solopassagen wiederholt. Besonders bewegend in dieser Form war das "Pie Jesu" des berühmten Musicalkomponisten Andrew Lloyd Webber, bei dem die Sängerinnen und Sänger regelrecht einen harmonisch perfekt gewebten Klangteppich unter die Soli legten.

Bereichernd waren auch zwei Stücke für Orgel und Trompete: neben dem Klassiker "Trumpet Voluntray" von Henry Purcell dürfte vor allem das "Ave Maria" von Franz Schubert manchen Besucher beim Blick auf das Gnadenbild der Basilika dazu geführt haben, den eigenen Gedanken nachzugehen. Wunderbar interpretierte der Organist Levente Kárpáti Johann Sebastian Bachs "Präludium und Fuge in Es-Dur", das zum Teil schwierige und schnelle Läufe enthält und daher auf der Orgel der Basilika auf Grund ihrer schlechten schwerfälligen Mechanik alles andere als leicht zu spielen ist. Kárpáti meisterte dies jedoch wunderbar.

Stimmungsvoller Abschluss des Konzerts war der feierliche Choral "Lobt den Herrn der Welt" von Henry Purcell, den ein fulminanter und perfekt gesetzter Schlussakkord der 33 Sängerinnen und Sänger noch krönte. Langanhaltender Applaus der gut 200 Besucher war reichlicher Lohn für den Chor, den Organisten sowie die Trompeter. Der Chor hatte mit frohem und dankbarem Herzen seinen Dank für die zurückliegenden 25 Jahre Gemeinsamkeit im sich einenden Europa mit Gesang und Liedern ausgedrückt.

Pfarrer P. Alard betonte in seinem abschließenden Worten, dass sowohl den Marktleugastern als auch den Pilisszentivanern die Basilika Marienweiher sehr viel bedeute. Er habe die Musik des Chors als gemeinsames Gebet verstanden, bei dem die Sängerinnen und Sänger alle Besucher mitgenommen haben und ihre Herzen erreicht und geöffnet haben. Dafür bedankte er sich ganz herzlich und war sich sicher, dass die Muttergottes die Partnerschaft auch weiterhin begleiten werde.

Als Zugabe folgte die für den Chor typische Bearbeitung des "Vater unser", die die meisten Marktleugaster gut kennen und immer viele Emotionen weckt. Den Abschluss für den Chor bildete noch der Besuch am Grab von Pater Serafin, wo sie noch ein Lied sangen. Es war eine Referenz an einen Menschen, der sehr viel für die Partnerschaft getan und den Chor auch immer unterstützt hat.