Markt Marktleugast

Markt Marktleugast – Aktuelles

Im Rahmen der Partnerschaft wurde eine Großübung mit den Einsatzkräften der Feuerwehren aus Pilisszentiván und Marktleugast abgehalten

Austausch der Feuerwehrleute Pilisszentiván und Marktleugast mit den Führungskräften / Große Rettungsübung mit rund 200 Kräften / 17 "Verletzte" beim Brand der Diskothek Inside

Um 14.04 Uhr heulten am Samstag 30.08.in Marktleugast und den umliegenden Gemeinden die Sirenen. Die Rettungskräfte wurden zu einer großen Einsatzübung zur Diskothek „Inside“ gerufen. Angenommen wurde, dass ein Kurzschluss in der Elektroverteilung der 650 Personen fassenden Freizeiteinrichtung einen Brand mit starker Rauchentwicklung im ersten Obergeschoss verursacht hatte und sich die Flammen während einer Veranstaltung ins zweite Obergeschoss fraßen. Die meisten Besucher hatten sich selbst in Freie retten können, doch wurde noch eine größere Zahl im Gebäude vermutet.

Zwölf Feuerwehren sowie Sanitäter und Ärzte rasten zum Unglückort, um die Löscharbeiten sowie das Bergen und die Versorgung von Verletzten und Vermissten anzugehen. Als erste war die heimische Marktleugaster Wehr vor Ort. Einsatzleiter und Kommandant der Marktleugaster Wehr, Hans Kögler verschaffte sich einen Einblick in die Lage und schickte sofort die Atemschutzgeräteträger in die komplett verrauchte Diskothek, um die vermissten Personen zu suchen. Nach und nach trafen weitere Wehren am Brandherd ein. Die Helmbrechtser, Kupferberger, Grafengehaiger und Stammbacher Kollegen unterstützten die Marktleugaster mit Atemschutzkräften. Nach wenigen Minuten waren die ersten gebrochen und dem Inferno entronnen. Auch Kögler hatte inzwischen Unterstützung von zwei Kreisbrandmeisters bekommen. Zur Koordinierung der Hilfskräfte war zudem die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) aus Kulmbach eingetroffen. Und da die Ortsmitte von Marktleugast wegen des Großeinsatzes für den Verkehr total gesperrt werden musste, übernahmen die Wehren aus Steinbach, Marienweiher und Neuensorg die Verkehrsregelung.

Die Helmbrechtser Drehleiter begann mit ihrer Löschkanone die Löscharbeiten aus luftiger Höhe, gespeist von den Weikenreuthern aus Oberflurhydranten in der Münchberger Straße. Die Hohenberger rückten von der Marktstraße aus dem Brand zu Leibe und errichteten zum Schutz des Nachbaranwesens eine Wasserwand an der Rückseite des Inside. Das Löschwasser kam aus einem Unterflurhydranten. Maierhof, von Marienweiher mit Wasser einem Unterflurhydranten versorgt, und Marktleugast übernahmen die Löscharbeiten von der Weststraße aus. Nach und nach wurden die Vermissten mit teilweise schweren Verbrennungen ins Freie gebracht und in Obhut des Bayerischen Roten Kreuzes sowie der Maltesern übergeben. Insgesamt waren es am Ende 17 Personen, davon sechs schwer verletzt. Sie wurden von den Sanitätern zum Sportplatz des FC Marktleugast gefahren, um sie mit drei Rettungshubschraubern in eine Spezialklinik zu fliegen.
Mehr als 200 Schaulustige hatten sich vor Ort eingefunden und überzeugten sich selbst von der Schlagkraft und Effizienz der Einsatzkräfte. Auf sie ist im Ernstfall immer Verlass, Gott sei Dank war es am Samstag nur eine Übung.

Kreisbrandinspektor Fritz Weinlein sprach bei der anschließenden Manöverkritik im Marktleugaster Gerätehaus von einer beeindruckenden Einsatzübung, bei der die Bevölkerung sehen konnte, wie die Feuerwehren im engen Zusammenspiel arbeiten. Kommandant Hans Kögler dankte allen für die Teilnahme, hatten sie doch dankenswerter Weise den Samstagnachmittag für die Übung geopfert. Sein Dankeschön galt auch Bernd Fraas für die Bereitstellung des Übungsobjektes.

Marktleugast Bürgermeister Franz Uome schaute auf eine gute großanlegte Rettungsübung, die im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Partnerschaftsjubiläum zwischen dem oberfränkischen Marktleugast und ungarischen Pilisszentiván stattfand. Es habe alles hervorragend geklappt. Landrat Klaus Peter Söllner lobte die bestens funktionierende Zusammenarbeit über die Landkreisgrenze hinweg. Er würdigte die von Kögler ausgearbeitete tolle und sehr realistische Übung, die zeigte, dass sich das Oberland nicht verstecken braucht, wenn es um das Zusammenwirken bei der Hilfeleistung geht.