Markt Marktleugast

Markt Marktleugast – Aktuelles

MdL Martin Schöffel informierte sich bei Gemeindebesuch

Sanierung der Abwasserkanäle nur mit hoher Förderung möglich

Stippvisiten im BRK-Seniorenheim und bei Firma RECARO

Unser Bild zeigt bei der Besichtigung der ersten in Betrieb befindlichen Wohngruppe (von links) Generalunternehmer Matthias Kienbaum, BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold, Leiter Thomas Hammer, eine Bewohnerin, Bürgermeister Franz Uome, MdL Martin Schöffel, VG-Geschäftsstellenleiter Michael Laaber, 2. Bürgermeister Reiner Meisel, WGU-Gemeinderat Georges Frisque, 3. Bürgermeister Martin Döring und HBG-Gemeinderätin Cornelia Buß.

Bei der Werksbesichtigung der Firma RECARO (von links) MdL Martin Schöffel, Managing Direktor Gerhard Kraus und 3. Bürgermeister Martin Döring.

Die RECARO-Gäste durften live einen Kindersitztest bei 50 Stundenkilometern Fahrtgeschwindigkeit miterleben. Unser Bild zeigt (von links) Managing Direktor Gerhard Kraus, Bürgermeister Franz Uome, MdL Martin Schöffel, VG-Geschäftsstellenleiter Michael Laaber, HBG-Gemeinderätin Cornelia Buß und Produktionsleiter Edelbert Beck.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Schöffel nahm sich am vergangenen Donnerstag viereinhalb Stunden Zeit, um sich bei seinem Gemeindebesuch über Anliegen, Sorgen und Projekte des Marktes zu informieren. Bei dieser Gelegenheit machte sich Schöffel persönlich auch ein Bild von der laufenden Generalsanierung des Dr.-Julius-Flierl Senioren- und Pflegeheimes des Bayerischen Roten Kreuzes. Nicht fehlen durfte ein Werkstermin beim einzigen deutschen Auto-Kindersitz-Hersteller, der Firma RECARO in Mannsflur.

Bürgermeister Franz Uome freute sich über das Kommen des Landtagsabgeordneten und stieg mit einer Vorstellung der Oberlandgemeinde sowie der Verwaltungsgemeinschaft Marktleugast ein. Sehr dankbar zeigte sich Uome für die im letzten Jahr gewährten 500.000 Euro Stabilisierungshilfe des Freistaates Bayern. Am heutigen Montag werde der Marktgemeinderat dazu ein erarbeitetes Konsolidierungskonzept verabschieden. Auch in diesem Jahr werde der Markt Marktleugast wieder Stabilisierungshilfe beantragen, ließ das Gemeindeoberhaupt nicht außen vor.

Franz Uome stieg gleich mit dem brisanten Thema der erforderlichen Sanierung der Abwasserkanäle in die Unterhaltung ein. 20 Jahre lang habe kein Bürgermeister diese mehr angepackt. Jetzt sei aber Handlungsbedarf gegeben, doch gebe es dafür im Land Bayern keine Förderung mehr. Marktleugasts Bürgermeister richtete die Bitte an MdL Martin Schöffel dafür Sorge zu tragen, dass der Freistaat dafür hohe Mittel bereitstelle, denn alleine könnten die Marktgemeinde und auch andere Kommunen des hiesigen Raumes die Kosten nicht schultern. In Sachen Abwasserbeseitigung stehe zudem in diesem Jahr die Errichtung der Druckleitung herüber von Neuensorg an. Diese müsse Ende 2015 betriebsbereit sein.

Auf den Tisch kam auch die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Verwaltungsleiter Michael Laaber machte deutlich, dass man an dieses akute Thema in Zusammenarbeit mit den LQN-Gemeinden herangehen werde. Hinein spiele hier auch die Thematik Ärztehaus. MdL Martin Schöffel warf ein, dass diese Thematik für den ganzen Landkreis Kulmbach nicht ganz ungefährlich ist und fand es für wichtig sich im ganzen Oberland gemeinsam darum zu kümmern.

Nicht außen vor ließ Bürgermeister Franz Uome, dass Marktleugast nichts in Sachen Dorferneuerung Steinbach und Marienweiher unternehmen kann. „Wir können und dürfen aber die Entwicklung in den Konsolidierungskommunen nicht einstellen. Das betreffe auch anderen Gemeinden und es gelte ihnen Dorferneuerungsprojekte mit erhöhten Fördersätzen auch in der Konsolidierungsphase zu ermöglichen. Und daran werde bereits gearbeitet“, sagte Schöffel. Auf Nachfrage von drittem Bürgermeister Martin Döring zeigte sich der CSU-Landtagsabgeordnete optimistisch, dass diese noch im Laufe des Jahre 2015 über das Amt für ländliche Entwicklung kommen. Martin Schöffel bat die Verantwortlichen in Marktleugast zu den angesprochenen Themen eine verstärkte Förderung vonseiten des Freistaates einzufordern.

BRK Seniorenheim: 3,5 Millionen Euro-Investition

Zweite Station Schöffels war die Besichtigung der Generalsanierung befindlichen Dr.-Julius-Flierl Senioren- und Pflegeheimes des Bayerischen Roten Kreuzes. Landrat Klaus Peter Söllner ging in seiner Eigenschaft als BRK-Kreis-Vorsitzender auf die Geschichte des ehemaligen Kreisaltenheimes ein, dass das Rote Kreuz vor 25 Jahren übernahm. Die Investition von 3,5 Millionen Euro wertete Söllner als Bekenntnis zum Standort Marktleugast und dem Oberland. Ein gutes Omen sah er darin, dass die Bevölkerung sehr positiv zum Haus stehe und lobte die Bereitschaft der heimischen Bevölkerung, sich auch stark in der ehrenamtlichen Betreuung zu engagieren. Jetzt werde die Einrichtung zukunftsorientiert ausgestellt. Klaus Peter Söllner lobte die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Markt Marktleugast.

BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold ging auf die gesetzlichen Änderungen sowie den Wandel vom Heim mit Stationen in den Wohncharakter über. In Marktleugast habe das BRK aktuell 97 hauptberuflich Beschäftigte und zahle 2,1 Millionen Euro pro Jahr an Löhnen und Gehältern. 97 hier tätige seien ein Drittel der insgesamt 280 BRK-Beschäftigten auf Kreisebene. 86 Pflegeplätze bieten die zukünftig fünf Wohngemeinschaften anstelle der bisherigen drei Stationen.

Sehr hoch ist aber die gesetzlich zu erfüllende Dokumentationspflicht. Von 60 Minuten Arbeitszeit bleiben 22 für die Pflege und die restlichen 38 erfordert die Bürokratie. Dippold bedankte sich beim Freistaat Bayern für die Bereitstellung der zinsgünstigen LaBo-Mittel zur Finanzierung des laufenden Bauvorhabens.

MdL Martin Schöffel bestätigte, dass gegen die hohen Dokumentationsanforderungen etwas unternommen werden muss. Er bedankte sich für den großartigen Einsatz des Personals zum Wohle der Bewohner. „Wir können das Bekenntnis des BRK-Kreisverbandes für Marktleugast nicht hoch genug einschätzen. Es ist für ein Signal nach vorne und ich bin stolz auf das Bayerische Rote Kreuz“, würdigte Bürgermeister Franz Uome.

400.000 Kindersitze produziert die RECARO jährlich

Die Weltfirma RECARO hat seit 2011 ihren Sitz im Marktleugaster Ortsteil Mannsflur. Managing Direktor Gerhard Kraus stellte dem Landtagsabgeordneten und der Abordnung der Marktgemeinde Marktleugast mit einer PowerPoint-Präsentation das Unternehmen vor. Begonnen wurde vor etwas über drei Jahren auf dem ehemaligen Storchenmühle-Areal mit 120 Beschäftigten. Heute sind es aktuell 220, darunter zehn Azubis. Produziert werden von RECARO jährlich 400.000 Auto-Kindersitze, die weltweit vertrieben werden.

Bei der Werksführung um Produktionsleiter Edelbert Beck bekamen alle Gäste einen Eindruck in die Produktion und durften auch einen Kindersitz-Test bei 50 Stundenkilometern Fahrgeschwindigkeit live miterleben. „Ich bedanke mich für die Öffnung ihrer Werkstore. Die RECARO hat hier in Mannsflur eine beeindruckende Entwicklung genommen und ich bin gerne wo es möglich ist behilflich“, betonte MdL Martin Schöffel.

Beim Abschied bedankte sich Bürgermeister Franz Uome für das von Martin Schöffel gezeigte Interesse und freute sich auf eine weitere gute Zusammenarbeit mit dem Landtagsabgeordneten. Für Schöffel hatte Uome als Gastgeschenk einen Bierkrug mit Gemeindewappen parat.