Markt Marktleugast

Markt Marktleugast – Aktuelles

Europa für Bürgerinnen und Bürger – 30 Jahre partnerschaftlicher Dialog

Wir feiern
30. Partnerschaftsjubiläum -
30 Jahre freundschaftliche
Verbindung zwischen
Marktleugast und Pilisszentiván

Anlässlich unseres
30. Partnerschaftsjubiläums,
das wir in diesem Jahr
vom 19. Oktober 2018
bis 23. Oktober 2018 in Ungarn
feiern werden, haben wir für Sie,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
Geschichtsbücher gewälzt, in Kartons gekramt,
und uns etwas Besonderes für Sie einfallen lassen:

Das Jubiläumsjahr über, werden wir Ihnen in jeder Ausgabe unseres Mitteilungsblattes etwas über die Verbindung Ungarn-Deutschland, die dahinterstehende Geschichte, das Dorf Pilisszentiván und seine Bevölkerung sowie über die Entstehung und Historie der 30-jährigen Partnerschaft erzählen. Sie dürfen gespannt sein!

Teil 5

"Volkstracht, Volksbräuche und Traditionen in Pilisszentiván"

Die Mädchen trugen bunte, die älteren Frauen einfarbige, dunkle Kleider. Über mehreren Unterröcken haben sie einen schwarzen oder dunkelblauen Überrock getragen, sowie eine große gemangelte Schürze, die mit Wachs behandelt wurde. Dazu wurden traditionell blaue oder grüne Strickstrümpfe getragen. Die Frauen flochten ihre Haare in Zöpfe, die Mädchen steckten ihre Haare zum Kranz auf. Die Männer trugen im Sommer weite Leinenhosen und ein Leinenhemd mit der unausbleiblichen Schürze um den Hals. An den Festtagen hüllten sie sich in Stiefel, verzierte Stiefelhosen, Westen und Mäntel.

Fasching - früher war das die Zeit der Heiterkeit, Tanzveranstaltungen und Hochzeiten. Die Volksbräuche waren "Fosingkropfe" (Faschingskrapfen), Bälle, das Spiel "Es Kokasheipfe" (Hahnköpfen) - der Kokasch (Hahn) wurde dann im Wirtshaus gekocht, "Fosingpikrom" (Faschingsbegräbnis) - wenn beim Schneesieben bei einem Mann kein Schnee mehr im Sieb verblieben ist, dann hat er den Beobachtungen nach innerhalb eines Jahres geheiratet.

Rosenfest - zwischen 1882 und 1914 symbolisierte dieses Fest die moralische Reinheit und die Ermutigung zur tugendhaften Lebensführung.

Maibaumaufstellen - diese Tradition, dass der Liebsten ein Maibaum aufgestellt wird, lebt auch heute noch weiter. Früher durften die Mädchen erst am letzten Maitag erfahren, von wem ihr Baum aufgestellt wurde. Außerdem hat man früher als Scherz das Tor des Hauses gestohlen, um dem Hausherrn einen Streich zu spielen. Auch stellten Stammgäste einen Maibaum vor ihrer Kneipe auf.

Maifeier - das Dorf wird morgens vom musikalischen Weckruf der Blaskapelle begrüßt, Kinderprogramme, Tanzveranstaltungen und Auftritt von Volkstanzgruppen werden an diesem Tag organisiert.

Sommersonnenwende - Festival und Sankt Iwan-Tag - am nächstliegenden Wochenende zum 24. Juni, musikalischer Umzug vom Heimatmuseum bis zur Kuczmag-Wiese. Weil das Feuerfest der Sommersonnenwende Jahrhunderte am Vorabend des Festtages des Heiligen Johannes (24. Juni) gefeiert wurde, gilt es für die meisten Menschen als christliches Fest, jedoch stammen die Bräuche dieses Festes zweifelsfrei aus weit vorchristlichen Zeiten. Die Sommersonnenwende ist eine wichtige Station auf dem jährlich wiederholenden Weg der Sonne. Die Menschen lebten früher noch in einer magischen Harmonie mit der Natur und haben mit dem Feuerfest in der Mitte des Sommers die Sonne in ihrem Kampf mit der Dunkelheit unterstützt. Das Feuerfest hat sich seinen magischen Charakter bewahrt. In der Nacht von Sankt Iwan wurden europaweit die magischen Praktiken in Verbindung mit der Reinigung, Heilung, Gesundheit, Liebe, Heirat und Fruchtbarkeit ausgeübt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Europa kaum ein Dorf, in dem an diesem Festtag kein Feuer angezündet wurde. In einigen Gebieten Deutschlands haben die Kinder an diesem Tag von Haus zu Haus wandernd Holz für das Feuer gesammelt. Man dachte, wenn jemand zum gemeinsamen Feuer nicht beiträgt, dann wird auch die Ernte ärmlich ausfallen. An zahlreichen Orten dachten viele, dass man über das Feuer springen muss, damit man bei der Ernte keine Rückenschmerzen bekommt. Das Fest der Sommersonnenwende war früher auch ein besonders willkommener Anlass für Wahrsagungen. Von den magischen Spielen am Sankt Iwan-Tag ist die Figur der Hexe erhalten geblieben: um Mitternacht wird eine Hexenpuppe auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Impressionen aus Ungarn

Sankt-Martinstag - am Martinstag ziehen die Kinder mit Laternen zuerst in die Kirche, danach in die Schule, dort gibt es traditionell Kuchen und heißen Tee.

Kirmes/Kirchweihtag - am zweiten Sonntag im November wird die Einweihung der Kirche gefeiert (zum Zeitpunkt der vermuteten Einweihung der Kirche, "um den Martinstag rum").

Bergmannsfest - jedes Jahr am 4. Dezember, am Tage der Heiligen Barbara. Kranzniederlegung zum Gedenken der Bergleute. Obwohl der Kohlenbergbau in Sankt Iwan am 31. Dezember 1969 eingestellt wurde, und am Ende der 1970er Jahre alle früheren Strecken geschlossen wurden, werden die Bergmannsfeste in der Gemeinde auch heute noch gefeiert. Die Sankt Iwaner Bergleute haben ihr Fest traditionell am Feiertag ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Barbara, am 4. Dezember gehalten. Der Bergmannstag wurde jedoch auch am offiziellen Feiertag, am ersten Sonntag im September, gefeiert. Seit den vergangenen Jahren herrscht an diesem Tag der Brauch, dass man sich an die während der Arbeit verstorbenen Bergleute erinnert. Das 1996 errichtete Bergmannsdenkmal wird gekränzt und dabei an die Bergmannstradition erinnert.

Demnächst folgt die Fortsetzung zum Thema "Die Geschichte der Partnerschaft".