Markt Marktleugast

Markt Marktleugast – Aktuelles

Aus der Marktgemeinderatssitzung vom 30.11.2020

Erster Bürgermeister Franz Uome (links) bei der Vereidigung der neuen Marktgemeinderäte Yves Wächter (Mitte) und Marco Buß (rechts). kpw

Neubesetzung im Marktgemeinderat Marktleugast

In der letzten Sitzung des Jahres war im Marktgemeinderat Marktleugast nochmals großes Stühlerücken angesagt. Irina Klier, Fraktionssprecherin der WGM, die auch das Amt der Dritten Bürgermeisterin begleitete, ist aus beruflichen Gründen aus dem Marktgemeinderat zurückgetreten und Hermann Dörfler (FW) hat gesundheitliche Gründe für seinen Rücktritt geltend gemacht.

Listennachfolger für Irina Klier wäre Georges Frisque gewesen, dieser hat die Listennachfolge jedoch nicht angetreten. Nächster Listennachfolger ist damit Yves Wächter, der die Wahl angenommen hat. Für Hermann Dörfler sitzt nun Marco Buß als Listennachfolger im Marktgemeinderat. Beide wurden durch Bürgermeister Franz Uome vereidigt.

Neuer Fraktionssprecher der WGM ist Hans Pezold und sein Stellvertreter Yves Wächter.

Für die Wahl zum neuen Dritten Bürgermeister hat Daniel Schramm (CSU) den Hohenberger Clemens Friedrich (HBG) vorgeschlagen und Hans Pezold (WGM) hat Matthias Schramm (FWNG) benannt. Die Wahl fiel mit 9:8 Stimmen auf Clemens Friedrich, der ebenfalls durch Bürgermeister Franz Uome vereidigt wurde.

Mit dem Rücktritt der beiden Räte und der Neubesetzung sind auch zahlreiche Umbesetzungen in den Ausschüssen notwendig geworden. Die WGM hat ihre Ausschüsse folgendermaßen neu besetzt:

Yves Wächter für den Bau- und Umweltausschuss (Vertreter Hans Pezold); Hans Pezold für den Rechnungsprüfungsausschuss mit Yves Wächter als Vertreter; Yves Wächter für den Wirtschafts-, Tourismus- und Kulturausschuss mit Hans Pezold als Vertreter; Hans Pezold für den Finanzausschuss mit Yves Wächter als Vertreter; Hans Pezold als ständiges Mitglied in der VG-Versammlung mit Marco Rödel als Vertreter; Yves Wächter für den Schulbeirat mit Hans Pezold als Vertreter.

Bei der FW gibt es diese Veränderungen: Marco Buß als ständiges Mitglied im Partnerschaftsbeirat mit Matthias Schramm als Vertreter; Setrick Röder für den Bau- und Umweltausschuss mit Marco Buß als Vertreter; Matthias Schramm im Schulbeirat mit Marco Buß als Vertreter; Reiner Meisel als ständiges Mitglied in der VG-Versammlung mit Marco Buß als Vertreter.

Erster Bürgermeister Franz Uome (links) bei der Vereidigung der neuen Marktgemeinderäte Yves Wächter (Mitte) und Marco Buß (rechts).
kpw

Einführung eines Kinderbonus für Neugeborene

Die Marktgemeinde Marktleugast ist weithin für ihre Familienfreundlichkeit bekannt. So fördert sie seit vielen Jahren bauwillige Familien mit zinsgünstigen gemeindlichen Darlehen und bietet Grundstücke auf Erbbaubasis. Nun soll eine weitere Förderung folgen. "Künftig soll ortsansässigen Bürgern in Marktleugast und seinen Ortsteilen ein Kinderbonus für Neugeborene gewährt werden", verkündet Bürgermeister Franz Uome in der öffentlichen Gemeinderatssitzung.

Die Verwaltung schlägt 300 Euro für das erste Kind, bei Zwillingsgeburten 450 Euro, und 100 Euro für jedes weitere Kind vor. Eine Antragstellung sei nicht notwendig, die Auszahlung erfolgt von Amts wegen.

Hans Pezold (WGM) begrüßt "außerordentlich" die Unterstützung der Familie und hofft, dass es wegen der Stabilisierungshilfe keine Probleme gibt. Allerdings schwebt der WGM-Fraktion eine andere Staffelung vor. "Wir schlagen vor, dass jedes Kind 250 Euro bekommt, die Kosten sind für jedes Kind gleich hoch." Das sieht auch Matthias Schramm (FWNG) so, "wir sollten jedes Kind gleich behandeln". Daniel Schramm (CSU) ist eher für den Vorschlag der Verwaltung. "Es soll keine reine Kinderförderung sein, wir wollen damit auch unser Neubaugebiet attraktiv machen." Bei einem Neubau sei jeder zusätzliche Bonus willkommen, deshalb würde seine Fraktion die angedachte Staffelung besser finden. Mit 9:8 Stimmen wurde der Vorschlag der Verwaltung angenommen.

Pezold macht nochmals deutlich, dass seine Fraktion ausdrücklich für die Unterstützung sei, allerdings hätte man sich eine andere Form gewünscht.

Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren

Bei der Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mannsflur wurden Kommandant Heiko Stäsche und sein Stellvertreter Roland Zuber für weitere sechs Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Nun haben sie auch durch den Marktgemeinderat die einstimmige Bestätigung erhalten.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Neuensorg wurde im April aufgrund der Coronalage die Dienstversammlung auf Dezember verschoben. Nun kann diese aus den gleichen Gründen wieder nicht stattfinden. Nach Ablauf der sechsjährigen Dienstzeit des Kommandanten Markus Weber und seines Stellvertreters Alexander Pittroff sei nun die Gemeinde gezwungen, sogenannte Notkommandanten zu benennen, erklärte Bürgermeister Franz Uome. Die beiden bisherigen Amtsträger haben sich bereit erklärt, die Ämter bis zu einer Kommandantenneuwahl weiter zu begleiten. Der Gemeinderat stimmte dem einstimmig zu.

Aus dem Bauamt

Bauamtsleiter Roland Tiroch unterrichtete den Marktgemeinderat, dass zwei Bauvorhaben das gemeindliche Einvernehmen im Rahmen von Angelegenheiten der laufenden Verwaltung erteilt wurde.

Daniel Wagner kann demnach ein Einfamilienhaus mit Garagen errichten. Das Grundstück befindet sich im Außenbereich bei einer danebenliegenden Fischzucht. Der Neubau müsse dort errichtet werden, weil im Ernstfall, etwa bei Hochwasser oder Stromausfall, jemand vor Ort sein muss. Im Gebäude würden sich auch Büroflächen mit allen sicherheitsrelevanten Versorgungen der Fischzuchtanlage befinden. Vom Landwirtschaftsamt sei deshalb ein Nachweis der Privilegierung einzuholen. Zum Grundstück führt ein notarielles Geh- und Fahrtrecht und auch ein Leitungsrecht würde bestehen. Zur Abwasserentsorgung ist der Bau einer Kleinkläranlage vorgesehen. Somit sei aus Sicht der Verwaltung das Vorhaben zulässig.

Otto Schramm sieht den Abriss des bestehenden Vorhauses sowie die Errichtung eines neuen Vorhauses am Wohnhaus in der Weststraße 2 vor. Der Neubau passt sich den bestehenden Gebäuden an und kann deshalb genehmigt werden, erklärte Tiroch.

Bauarbeiten beginnen im Frühjahr

Bürgermeister Franz Uome unterrichtete den Gemeinderat, dass er sich wegen dem Projekt "Kulmbacher Straße 7 - Begegnungszentrum mit Arztpraxis" mit dem Architekten Tino Heß und der Ärztin Natascha von Schau wegen des weiteren Vorgehens getroffen habe. Dabei hätte er sie unterrichtet, dass im Bayerischen Landtag zurzeit eine neue Novelle zu den Abstandsflächen beraten und beschlossen werden soll. Diese wird dann wahrscheinlich im Januar oder Februar in Kraft treten. Uome ist zuversichtlich, dass im Frühjahr die Bauarbeiten beginnen und in etwa eineinhalb Jahren abgeschlossen werden können.

Förderung wird beantragt

Die Marktgemeinde Marktleugast meldet bei der ILE Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland zwei Projekte zur Förderung an. Für den gesamten ILE-Bereich stehen 100.000 Euro zur Verfügung.

Unterstützung wünscht man sich für die Anschaffung von Ruhebänken im Naherholungsgebiet "Zechteich", hier würden etwa 2.500 Euro an Kosten anfallen. Als zweites Projekt sollten Infotafeln in deutscher und ungarischer Sprache über die Städtepartnerschaft zwischen Marktleugast und Pilisszentiván Bürger und Gäste informieren. Die Kosten würden sich auf etwa 3.000 bis 5.000 Euro belaufen.

600.000 Euro Bedarfszuweisung

Mit Beifall durch den Marktgemeinderat wurde die Mitteilung durch Bürgermeister Franz Uome aufgenommen, dass Marktleugast 600.000 Euro Bedarfszuweisung vom Freistaat Bayern bekommt. Oswald Purucker (CSU) fragte nach, ob man auch für das kommende Jahr wieder eine Bedarfszuweisung beantragt. Vor ein paar Jahren sei man enttäuscht gewesen, dass man leer ausgegangen sei. Er dankte der Verwaltung, dass "sie am Ball bleibt".

"Marienweiher 16"

Geschäftsstellenleiter Michael Laaber informierte den Marktgemeinderat über den Sachstand zu "Marienweiher 16", dem ehemaligen Gasthof "Weißes Lamm". Laaber erläuterte, dass seit der letzten Beschlussfassung über die Zustimmung zur Machbarkeitsstudie mit Nachnutzungskonzept und dem Erwerb des Grundstücks "Marienweiher 16", am 20. Juli dieses Jahres, viel passiert sei. Demnach sei die Beauftragung zur Durchführung eines Vergabeverfahrens und die Beauftragung von Fachprojektanten abgearbeitet worden.

Weiter sei ein Beweissicherungsverfahren zu den Nachbargrundstücken beauftragt und durchgeführt worden. Alle weiteren Aufträge seien vergeben, das Abbruchunternehmen hätte bereits mit dem Entrümpeln und Entkernen begonnen. Auch Statiker und Restaurator hätten bereits ihre Untersuchungen vorgenommen und würden zurzeit ihre Berichte und Kostenschätzungen erstellen. Beim Staatsarchiv habe man die historischen Planunterlagen eingesehen und Kopien bestellt. Bei dem Gebäudekomplex handele es sich um ein Wohnhaus mit Gaststätte. Im Jahr 1897 seien Baupläne für die Anlage einer Bierbrauerei, Schnapsbrennerei sowie eine Malz-Darre für Herrn Johann Schüpferling genehmigt worden. Beim Amt für Ländliche Entwicklung habe man jede einzelne Maßnahme angemeldet und genehmigt bekommen. "Dort zeigt man sich jederzeit kooperativ", lobt Laaber die Zusammenarbeit. Das Architekturbüro Schlicht + Lamprecht aus Schweinfurt sei mit der Vorplanung und einer vertieften Kostenschätzung beauftragt worden. Alle Beteiligten seien bemüht, zügig Hand in Hand zu arbeiten, damit der komplette Antrag für die Förderoffensive Nordostbayern erstellt und abgegeben werden kann.

Vor diesen Arbeiten habe man natürlich eine denkmalpflegerische Erlaubnis nach dem Denkmalschutzgesetz beantragt. Diese sei bereits vom Landratsamt Kulmbach, als Untere Denkmalschutzbehörde, bewilligt worden.