Markt Marktleugast

Markt Marktleugast – Aktuelles

Marienweiher 16 wird zum Bürger- und Pilgerzentrum: Der Bau- und Umweltausschusses informiert sich vor Ort

Der Bau- und Umweltausschuss des Marktgemeinderates Marktleugast informierte sich mit weiteren Ratsmitgliedern vor der rückwärtigen Seite des Gebäudes Marienweiher 16. Unser Bild zeigt (von links) Daniel Schramm, Clemens Friedrich, Hans Pezold, Marc Hartenberger, Bauamtsleiter Roland Tiroch, VG-Geschäftsstellenleiter Michael Laaber, Norbert Volk, Yves Wächter, Klaus Witzgall, Ersten Bürgermeister Franz Uome, Architekten Tino Heß und Setrick Röder.

Das Bild zeigt im Erdgeschoss des Gebäudes Marienweiher 16 stehend (von links) Architekten Tino Heß, Bauamtsleiter Roland Tiroch, Marktgemeinderat Daniel Schramm, Erster Bürgermeister Franz Uome sowie die Marktgemeinderäte Klaus Witzgall und Setrick Röder.

Mit Erstem Bürgermeister Franz Uome und dem Inhaber des Architekturbüros Juli, Architekt Tino Heß, an der Spitze machten sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses sowie drei interessierte Marktgemeinderatsmitglieder am Mittwochnachmittag, den 16. Juni, persönlich ein Bild vom bisherigen Werdegang des Projektes Marienweiher 16. "Es wurde für das Anwesen eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Das Ergebnis der Studie und auch der Beschluss des Marktgemeinderates ist es, das Anwesen instand zu setzen, zu sanieren und als Bürger- und Pilgerzentrum zu revitalisieren", betonte Bürgermeister Franz Uome.

Das Hauptgebäude Marienweiher 16 ist mit der Kurzbeschreibung: Zweigeschossiger Walmdachbau mit Sandsteinrahmungen, wohl noch 18. Jahrhundert, mit "Zum Weißen Lamm" in der bayerischen Denkmalliste eingetragen. Das ortsbildprägende Einzeldenkmal befindet sich im historischen Kern von Marienweiher gegenüber der Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung. Im 20. Jahrhundert wurden vor allem im Inneren größere Umbauten vorgenommen, weshalb insbesondere das verbliebene äußere Erscheinungsbild als erhalten- und schützenswert eingestuft ist.

Der Architekt Tino Heß erläuterte den Gekommenen die Entwurfsplanung. Die überdimensionierten oder versetzten Fenster in den Süd-, Ost- und Westfassaden werden rückgebaut und die Fenstereinteilung anhand der ursprünglichen Achsen gegliedert und wieder hergestellt. Das Hauptgebäude besteht aus massiven Außenwänden, die eine gute Grundsubstanz aufweisen.

Die Holzbalkendecke über dem Erdgeschoss wird statisch ertüchtigt und schadhafte Deckenbalken ausgetauscht. Weitere sind für die zukünftige Nutzung zu ergänzen.

Der historische Mittelflur im Erdgeschoss, der die Haupteingangstür zur Basilika und die Tür zum Hof miteinander verbindet, wird wieder hergestellt. Ein großer offener Raum wird zukünftig als Bürger- und Pilgertreff dienen. Die übrigen Flächen im Erdgeschoss werden als Pilgerbüro, Lager-Technikraum, Erschließungs- und Sanitärbereich mit rollstuhlgerechter Toilette konzipiert. Ein Durchbruch zum Gewölbekeller soll beleuchtet werden, um die vorhandene Dimension erahnen zu können.

Ein neuer Bodenaufbau ist in allen Geschossen notwendig. Innenwände und Decken erhalten neue Putzoberflächen bzw. die Fachwerkwände mit Lehmausfachungen im Obergeschoss, welche handwerkliche Verzierungen und Inschriften beinhalten, werden im Sinne der Denkmalpflege herausgearbeitet.

Im Obergeschoss bleiben so bestehende historisch wertvolle Fachwerkwände erhalten. Der ursprüngliche Grundriss mit einem Mittelflur und kleinteiligen Räumen wird wiederbelebt. Die Räume werden zukünftig als Übernachtungszimmer genutzt. Das Dachgeschoss wird, soweit notwendig, instandgesetzt und ertüchtigt sowie die ursprünglichen Gauben zur Belichtung des Dachraumes wieder hergestellt. Der Dachraum weist nur eine geringe Raumhöhe auf und soll deshalb lediglich temporär als Schlafplatz während der Wallfahrtszeit oder für Schulklassen dienen können.

Die innenliegende Erschließung der Geschosse erfolgt über ein zentrales gläsernes Treppenhaus mit Aufzug und sichert so die Barrierefreiheit aller Geschosse im Alt- und Neubau. Über dem bestehenden Gewölbekeller wird ein Ersatzneubau errichtet und in Zukunft sollen die zwei Gebäudeteile ein zusammenhängendes Gefüge bilden. Er soll aus städtebaulichen und denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, wie sein Vorgänger, zweigeschossig und rückwärtig ans Hauptgebäude angeschlossen werden. Das Gebäudevolumen wird in Länge und Tiefe an die neuen Nutzungen angepasst: es entstehen Seminarräume im Erdgeschoss und Übernachtungszimmer im Obergeschoss. Das Erdgeschoss öffnet sich zum Innenhof mit größeren Fensterflächen und schafft so eine Verbindung von innen nach außen.

Der unter dem Rückgebäude liegende historische Gewölbekeller bleibt in seiner Gesamtheit erhalten. Die spätere Nutzung bzw. Begehbarkeit wird mit dem Landesamt für Denkmalschutz geklärt.

Aufgrund des Rückbaus aller neuzeitlichen Anbauten und Nebengebäude inkl. Scheune und ehemaligem Stall, ergibt sich künftig neues Flächenpotential für die Außenanlagen im Innenhof. Das künftige Areal gleicht das stark ansteigende Gelände über zwei Plätze auf verschiedenen Ebenen mit Verweilmöglichkeiten, Pflanzbeten und einer Treppenverbindung mit Sitzstufen aus. Über eine Rampenverbindung wird zusätzlich der hintere Grundstücksbereich erschlossen. So ist eine barrierefreie Erreichbarkeit des Ersatzneubaus und des hinteren Freibereichs gewährleistet. Das rückwärtige Grundstück konnte die Gemeinde ebenfalls erwerben, um die Entwicklung des Gesamtareals zu sichern. Hier sollen Wohnmobilplätze entstehen, um den touristischen Wallfahrtsort Marienweiher weiter zu erschließen.

Im vorderen Außenbereich entsteht eine Terrasse mit Bestuhlung für den Bürger- und Pilgertreff und eine großzügige Treppenanlage, ähnlich wie der im Bestand. Der vorhandene Garten bleibt bestehen und wird mit Sitz- und Verweilmöglichkeiten ausgestattet.