Markt Marktleugast

Markt Marktleugast – Aktuelles

Aus der Marktgemeinderatssitzung vom 24. Februar 2020

2,5 Millionen Euro für Begegnungszentrum

Der Marktgemeinderat Marktleugast hat einen Meilenstein für die Entwicklung der Kommune gesetzt. Einstimmig beschlossen die Räte, noch in diesem Jahr mit dem Bau eines Begegnungszentrums am Unteren Anger beginnen zu wollen, in das auch eine Arztpraxis integriert wird. Die Gemeinde muss aller Voraussicht nach einen Eigenanteil von 600.000 Euro stemmen.


Marktleugast setzt Meilenstein

Der Marktleugaster Rat hat einstimmig den Neubau eines Begegnungszentrums mit Arztpraxis beschlossen. Der Baubeginn soll im September sein.

"Mit dieser Entscheidung haben wir einen Meilenstein in der Entwicklung des Ortes gesetzt. Unsere ärztliche Versorgung ist auf Jahrzehnte gesichert, und für die Begegnung zwischen Jung und Alt ist gesorgt." Mit diesen Worten kommentierte Bürgermeister Franz Uome den Ratsbeschluss für den Neubau eines Begegnungszentrums am Unteren Anger.

Architekt Tino Heß vom Kulmbacher Büro "juli architektur I design" sprach von einem Begegnungszentrum "an exportierter Lage im Ortskern von Marktleugast mit prägnanter Sichtbeziehung zur Kulmbacher Straße und dem neu gestalteten Radonplatz". Wie eine "Halbschale" sei das Grundstück in drei Richtungen vom Unteren Anger umschlossen. Im Norden schließe es sich an eine direkte Grenzbebauung mit typischen ländlichen Clusterstrukturen, erklärte der Architekt.

Auf dem Grundstück stand bis zum vorigen Jahr ein leer stehendes Gebäude (das ehemalige Pezoldhaus), das zuletzt als Wohnhaus und Naturheilpraxis genutzt wurde. Mit den dazugehörenden kleinteiligen "inhomogenen" Kleinanlagen habe man die Gebäude keiner sinnvollen Nutzung zuführen können, sagte Heß. War doch das Haus nur teilunterkellert und durch den jahrelangen Leerstand von zahlreichen Bauschäden gekennzeichnet. "Nur mit erheblichem finanziellem Aufwand wäre eine Sanierung möglich gewesen." Weil kein Denkmal- und Ensembleschutz bestanden hat, sei der Abriss die sinnvollste Lösung gewesen.

Das Architekturbüro hatte verschiedene Bebauungsvarianten untersucht. Die nunmehrige Anordnung parallel zur nördlichen Grundstücksgrenze berücksichtige die beabsichtigte vorgelagerte Platzgestaltung mit einem zusätzlichen Angebot an Stellplätzen für Besucher und Patienten. Der Vorplatz biete sich für Gemeindefeste und andere Anlässe an. An der fußläufigen Verbindung vor dem Gebäude befinde sich der Eingangsbereich. Vom Osten her sei ein barrierefreier Zugang möglich. Das Begegnungszentrum und das Ärztehaus seien durch separate Eingänge zu erreichen. Beide seien rollstuhlgerecht und damit barrierefrei zu erreichen. Ins Obergeschoss komme man mit einem Aufzug. Das Begegnungszentrum beinhalte im Erdgeschoss eine Bibliothek, die auch als Lesecafé eingerichtet werden kann. Daneben sind die Technik und WC-Anlagen hier untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich der Begegnungsraum mit etwa 85 Plätzen, ein Jugend- und Seniorenzimmer, ein Multifunktionsraum und ein Archiv. Weiterhin sind dort eine Garderobe, eine Aufwärmküche und rollstuhlgerechte WCs.

Das Raumprogramm für die Arztpraxis sei mit den Ärztinnen abgestimmt, sagte der Architekt. Die Praxis habe fünf Sprechzimmer, ein Labor und einen Notfall-EKG-Raum.

Außen entsteht auf einer angeschütteten Fläche ein kleiner Vorplatz, "der das räumliche Angebot des Begegnungszentrums an die Gemeinde und deren Gäste für verschiedenste Nutzungen erweitert", beschreibt Heß die einladenden Anlagen um das Begegnungszentrum.

Die Baukosten belaufen sich nach ersten Berechnungen auf etwas mehr als 2,5 Millionen Euro, die Gesamtnutzungsfläche beträgt 734 Quadratmeter. Mit dem Baubeginn wird im September dieses Jahres gerechnet, Ende 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Gemeinderätin Cornelia Buß wollte wissen, ob sich durch den Brandschutz Mehrkosten ergeben. Heß erklärte, dass diese Kosten in den Berechnungen enthalten seien. Man sei aber bei den Berechnungen erst auf der "zweiten Ebene" und noch nicht bei der Feinplanung.

Mehrere Fragen hatte Irina Klier. Sie regte an, dass die WCs im Obergeschoss in einem bestimmten Bereich und nicht verteilt eingeplant werden sollten. Weiter ist sie der Meinung, dass die Teeküche für die Bewirtung von bis zu 85 Personen zu klein sei. Das Büro will die Anregungen in die Pläne aufnehmen. Außerdem fragte Irina Klier, ob es möglich sei, auf dem Dach oberhalb der Fenster noch eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Heß will durchrechnen, wie hoch die Kosten dafür sind, dann könnte der Rat eine Entscheidung treffen, ob man eine Anlage will oder nicht. Diese könnte auch für zusätzliche Ladestationen für E-Autos oder E-Roller genutzt werden. Zuletzt wollte Irina Klier noch wissen, wie hoch der Eigenanteil der Gemeinde ist. Bürgermeister Franz Uome nannte die Summe von ungefähr 600.000 Euro, aufgeteilt auf drei Haushaltsjahre. In diesem Jahr werden etwa 500.000 Euro Baukosten anfallen, der Riesenanteil dann im nächsten Jahr und ein kleiner Rest im Jahr 2022.

Die Förderzusagen liegen vor und die Planungen seien mit der Regierung von Oberfranken abgesprochen, sagte Bürgermeister Franz Uome.