Markt Marktleugast

Markt Marktleugast – Aktuelles

Aus der Marktgemeinderatssitzung vom 25. September 2018

Neue Fraktionssprecherin der WGM

Vor Beginn der Gemeinderatssitzung hat Georges Frisque (WGM) den Bürgermeister Franz Uome und das Gremium unterrichtet, dass er aus beruflichen Gründen nicht mehr in der Lage sei, das Amt des Fraktionssprechers zu bekleiden. Für die WGM wird nun Irina Klier als neue Fraktionssprecherin fungieren. Ihr Stellvertreter ist Marco Rödel.

Irina Klier ist jetzt Fraktionssprecherin der WGM.


Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeuges (TLF 4000) für die Freiwillige Feuerwehr Marktleugast und Ersatzbeschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges (TSF) für die Freiwillige Feuerwehr Mannsflur

Der Marktgemeinderat hat beschlossen, dass die Gemeinde gleich zwei neue Feuerwehrautos für die Wehren in Marktleugast und in Mannsflur anschafft. Bürgermeister Franz Uome erinnerte an ein Schreiben der Feuerwehr Marktleugast vom Oktober letzten Jahres, mit dem die Wehr beantragt hat, für das 28 Jahre alte Fahrzeug ein neues anzuschaffen. Jetzt musste das Auto beim TÜV vorgestellt werden, wo gravierende Mängel festgestellt wurden. Diese wurden inzwischen mit großem finanziellem Aufwand beseitigt. Es müsse aber mit weiteren Reparaturen im Rahmen von 10.000 bis 15.000 Euro gerechnet werden. Die Auslieferung des neuen TLF 4000 sollte auf jeden Fall vor dem nächsten TÜV-Termin im August 2020 geschehen. Die Kosten des neuen Fahrzeugs würden sich auf 330.000 bis 350.000 Euro belaufen, abzüglich der Zuschüsse des Freistaates Bayern mit 115.500 Euro und des Landkreises Kulmbach mit 90.000 Euro. Weiter rechnet man mit 15.000 Euro Erlös aus dem Verkauf des alten Autos. Der gemeindliche Anteil würde damit bei 110.000 bis 130.000 Euro liegen. Bürgermeister Uome hat vorgeschlagen, dass man mit der Durchführung der Ausschreibung ein Fachbüro beauftragen sollte. Für Martin Döring ist die Anschaffung dringend notwendig, im Landkreis Kulmbach würde es nur drei Fahrzeuge dieser Art geben. Viel weiter sei man im Landkreis Hof, wo es acht bis neun gibt. Döring dankte Landrat und Kreistag, dass der hohe Zuschuss gewährt wird. Döring schlägt aber vor, die Ausschreibung selbst durchzuführen, um Geld zu sparen und größeren Einfluss auf die Ausstattung zu nehmen. "Nicht dass wir sonst ein Auto aus Rumänien bekommen." Weiter sollte man nachforschen, ob eine weitere Wehr in Bayern ein ähnliches Fahrzeug bestellt, damit würde sich der Zuschuss des Landes weiter erhöhen. Wegen der Bauzeit von 14 bis 18 Monaten sollte die Bestellung baldmöglichst abgegeben werden. Einstimmig hat der Gemeinderat für die Beschaffung des neuen TLF 4000 gestimmt.

Einen weiteren Antrag hat die Feuerwehr Mannsflur gestellt, sie beantragt den Kauf eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs als Ersatz für das 26 Jahre alte Fahrzeug, das aber nicht wasserführend sein sollte. Auch Atemschutz würde nicht benötigt, weil Mannsflur keine Atemschutzträger in seinen Reihen hat, diese Aufgabe wird von Marktleugast übernommen. Es sollte aber über Allrad, Anhängerkupplung, Schlauchmodul mit 500 Meter B-Schlauch, Stromaggregat, Nasssauger und Lichtmast verfügen. Im Haushalt seien bereits 150.000 Euro eingestellt. Das bisherige Fahrzeug soll das 34 Jahre alte Fahrzeug der Feuerwehr Neuensorg ersetzen. Hier sei nach Aussagen der Kommandanten wegen fehlenden Nachwuchses die Feuerwehr in ihrem Bestand gefährdet. Das neue Fahrzeug wird auf etwa 90.000 Euro Kosten geschätzt, abzüglich des Landesanteils von 24.200 Euro wird sich der Gemeindeanteil auf etwa 66.000 Euro belaufen. Vom Kreis gibt es hier keinen Zuschuss. Der Gemeinderat beschließt einstimmig die Anschaffung und beauftragt die Verwaltung mit der Ausschreibung.

Neugestaltung der Außenanlagen am Kath. Kindergarten "Arche Noah"

Bürgermeister Franz Uome gab bei der Gemeinderatssitzung bekannt, dass die katholische Kirchengemeinde eine Förderung für die Neugestaltung der Außenanlagen bei der Kindertagesstätte "Arche Noah" beantragt hat. Viele Teile seien marode und mehrere Spielgeräte taugen nicht mehr zum Spielen. Auch die Spielflächen seien total abgenutzt. Deshalb haben Kirchenvorstand und Kindergartenleitung beschlossen, die Freifläche total neu zu gestalten. Die Kostenberechnung für die Außenanlagen, die Baukonstruktionen, für die Spielgeräte sowie für die Pflanz- und sonstigen Flächen beläuft sich auf 348.000 Euro. Zur Finanzierung der Sanierungsmaßnahme muss die Kommune mit dem Träger eine Vereinbarung abschließen. Dies sei auch zwingend vorgeschrieben, um Fördermittel beantragen zu können. Der Bürgermeiser verlas den Vertrag, aus dem hervorgeht, dass sich die förderfähigen Kosten auf etwa 270.000 Euro belaufen. 70 Prozent steuert der Freistaat Bayern bei, 30 Prozent oder 81.000 Euro muss die Gemeinde übernehmen. Der Träger übernimmt die nicht förderfähigen Kosten von 78.000 Euro. Der Gemeinderat fasste dazu insgesamt drei Beschlüsse über Art, Ausmaß und Ausführung der Maßnahme, über den Baukostenzuschuss und über die Anerkennung der Bedarfsnotwendigkeit. Zur Deckung des örtlichen Bedarfs werden 115 Plätze benötigt, davon 15 Krippenplätze. Alle Beschlüsse wurden einstimmig geschlossen. Oswald Purucker dankte der Kirchenverwaltung, dass sie einen wesentlichen Teil der Kosten mit übernimmt, "sonst müsste alles die Gemeinde bezahlen".

4.000 Euro für Jugendsozialarbeit

Wie im letzten und im laufenden Jahr gewährt die Gemeinde Marktleugast auch im Jahr 2019 wieder 4.000 Euro für die Jugendsozialarbeit an der Mittelschule Marktleugast, welche durch die Geschwister-Gummi-Stiftung ausgeführt wird. Der Markt Grafengehaig beteiligt sich entsprechend der Anzahl seiner Schüler an den Kosten.

Bauboom in Vorderrehberg

Die Familien Pittroff möchten in dem Marktleugaster Ortsteil Vorderrehberg eine landwirtschaftlich genutzte Maschinenhalle, zwei Wohnhäuser mit Garagen und zwei Ferienhäuser errichten. Dazu hat das Gremium einen Bebauungsplan "Vorderrehberg II" beschlossen. Dieser wird im vereinfachten Verfahren aufgestellt. Dazu wird ein entsprechendes Büro beauftragt. Der Flächennutzungsplan wird gesondert berichtigt.

Bauleitplanung der Stadt Kupferberg gebilligt

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan der Stadt Kupferberg für das Sondergebiet "Solarpark Dörnhof" hat der Gemeinderat Marktleugast zur Kenntnis genommen und gebilligt. Marktleugast gab dabei zu bedenken, dass dadurch die Wasserversorgung der Stadt Kupferberg durch den Markt Marktleugast nicht gefährdet werden darf.

Bauvorhaben genehmigt

Karin Thomas möchte in der Glatzer Straße 23 die bestehende Doppelgarage aufstocken und statt ein Flachdach ein Pfettendach errichten. Der Gemeinderat stimmte dem zu und befreite die Bauherrin von der im Bebauungsplan "Münchsholz" festgelegten Dachform.

Weiteren Bauvorhaben hat bereits die Verwaltung das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Uwe Czylwik kann im St.-Antonius-Weg 25 die bestehende Dachgaube erweitern, zwei Balkone errichten und die bestehende Garage aufstocken. Der Rausch GbR wurde ein Teilabriss und ein Anbau an einen bestehenden Milchviehstall in der Jahnstraße 10 genehmigt.

Förderoffensive Nordostbayern: Marienweiher 16 -
Vorstellung der Projektidee und weiteres Vorgehen

Zur Marktgemeinderatssitzung konnte Bürgermeister Franz Uome Sigrid Daum aus Kulmbach, Landrat Klaus-Peter Söllner und Abteilungsleiter Lothar Winkler vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Bamberg willkommen heißen. Es ging dabei um die Vorstellung der Projektidee zur Revitalisierung des ehemaligen Gasthofes "Weißes Lamm" im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern. Der Projektantrag sei schon gestellt, erklärte der Bürgermeister. Alle sind sich einig, das könnte ein Leuchtturmprojekt im Rahmen der Förderoffensive werden.

Sigrid Daum ging zunächst auf die Ausgangssituation des "beschaulichen und traditionsreichen" Marien-Wallfahrtsorts ein. Die Basilika gehöre zu den bedeutendsten Kirchenbauten der Region, wo gelegentlich auch Konzerte und Veranstaltungen stattfänden. Die Ortsgemeinschaft sei lebendig und engagiert. In drei Gaststätten mit fränkischer Küche würden die Gäste gut versorgt, allerdings gestalte sich ein profitabler Betrieb schwierig. Auch die Infrastruktur zur Selbstversorgung der Bürger und Pilger würde fehlen. Manche leerstehende Wohn- und Geschäftshäuser im Ortskern seien dem Verfall preisgegeben. Das Ziel der Revitalisierung sei es, die vorhandenen Bemühungen der Bürger - insbesondere der Kirchengemeinde - zu bündeln und kommunal zu unterstützen. Die Lebendigkeit der Basilika soll mit der Schaffung eines Gemeinde-Begegnungs-Zentrums und eines Dokumentationszentrums auf die Ortschaft übertragen werden. Die Förderung des "spirituellen Tourismus" soll zum Motor für den ganzen Ort werden. Dazu müssten die lokale Gastronomie gestärkt und die Übernachtungsmöglichkeiten ausgebaut werden. Auch der Einzelhandel müsste revitalisiert werden.

"Meine Vision ist es, die Positionierung von Marienweiher mit dem zu schaffenden Gemeinde-Begegnungs-Zentrum, der Basilika als Zentrum für Begegnung, Bildung und Neubeginn, mit Möglichkeiten die Dorfgemeinschaft zu beleben", so Daum. Ihre Vision erläuterte sie so: In der Dorfmitte soll ein Ort der Begegnung zwischen Kirche und Welt in mehreren optionalen Modulen geschaffen werden. Diese seien ein Treffpunkt zur Gemeinschafts- und Pflege des Vereinslebens, eine lebensbegleitende Bildung und berufliche Weiterbildung, die Schaffung eines Angebotes, das den Anforderungen der Zeit entspricht, das gegen die Vereinsamung der Bürger hilft, das die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit zulässt und Anstoß zu Veränderungen gibt.

Als Gemeinde-Begegnungs-Zentrum würde sich das ehemalige "Weiße Lamm" anbieten. "Das Lamm steht für Christus als Erlöser", erklärt die Vortragende, es sei der Dorfmittelpunkt und gegenüber der Basilika und würde am Jakobsweg von Hof nach Nürnberg liegen. Das Anwesen besteht aus fünf Gebäuden. Im Haupthaus sollte ein Foyer mit Empfang und Infotheke die Gäste begrüßen. Es könnten ein Dorfladen mit Lebensmitteln, Brotzeiten, Getränken, kleinen Drogerieartikeln, Zeitschriften und Wanderbedarf für die Pilger eingerichtet werden. Weiter könnte hier ein Dorftreff untergebracht werden. Im ersten Obergeschoss könnte das Pilgerbüro untergebracht werden und im zweiten Obergeschoss mehrere Mehrbettzimmer. Weiter schlägt sie die Schaffung eines Turms vor mit einem gläsernen Meditationsraum und Proberaum für Kirchenchor.

In einem Dokumentationszentrum könnte die Geschichte Marienweihers, des Klosters und der Basilika aufgearbeitet werden. Hier könnte der Projektbeginn im kommenden Jahr sein und die Fertigstellung im Jahr 2020. Möglicher Standort könnte das Kantoratsgebäude sein. Auf dem Grundstück des "Weißen Lamm" könnten "Mini-Sabbath-Häuschen" errichtet werden. Das Kloster sollte energetisch ertüchtigt und der Wohnstandart der Patres angehoben werden. Auch der Klostergarten, "ein wundervoller Ort der Kraft", sollte behutsam bis 2024 neugestaltet werden. Weiter hat Sigrid Daum die Verschönerung des Ortbildes durch weitere bauliche Veränderungen vorgeschlagen.

Landrat Klaus-Peter Söllner, der vielmehr als stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Freunde der Wallfahrtsbasilika Marienweiher" anwesend war, betonte, dass er den Visionen von Sigrid Daum positiv gegenübersteht. Auch der erste Vorsitzende, Monsignore Prof. Dr. Dr. Rüdiger Feulner, sei davon sehr angetan, sagte Söllner. Beide hätten großes Interesse, dass das Projekt angegangen wird. Er hat auch versprochen, dass der Verein Spenden einbringen wird. Marienweiher hat für den Landrat den Status eines großen kirchlichen Zentrums und das Projekt sei für den Ort eine große Chance. Söllner dankte dem Amt für Ländliche Entwicklung und Sigrid Daum, die mit "tatkräftiger Energie für das Projekt kämpfen". Für die Machbarkeitsstudie schlägt der Landrat vor, dass alle Partner mit an den Tisch sollten.

"Das Amt für Ländliche Entwicklung steht Gewehr bei Fuß" sagt Abteilungsleiter Lothar Winkler. Das Gebäude sei ortsprägend und ein Juwel, das revitalisiert werden sollte. "Mit dem Programm werden sowieso zu viele Häuser abgerissen und Parkplätze angelegt." Das Amt für Ländliche Entwicklung unterstützt das Projekt mit 90-prozentiger Förderung, der Förderantrag der Gemeinde sei als Platzhalter schon lange eingeordnet. Das Projekt diene den Bürgern und den Pilgern. Es gäbe aber verschiedene Dinge, die das Amt für Ländliche Entwicklung nicht fördern darf. Es sollen eventuell Denkmalschutz und Kirche mit ins Boot geholt werden. Die ALE-Förderung lässt eine Co-Finanzierung zu, allerdings darf die Gesamtförderung 90 Prozent nicht übersteigen. Winkler rät, das Projekt nicht auf die lange Bank zu schieben und motiviert den Gemeinderat, die Dorferneuerung für das ganze Dorf anzupacken, "diese hätte große Strahlwirkung mit hohem Potenzial". Die Förderung würde hier 60 bis 65 Prozent betragen. Der Abteilungsleiter rät der Gemeinde, das Gebäude zu kaufen und sie müsste auch die Trägerschaft für das Projekt übernehmen.

Sigrid Daum sagt dazu, dass sie das Haus nicht für sich ersteigert hat, sondern für die Gemeinde, die zum damaligen Zeitpunkt das Haus nicht kaufen konnte.

Irena Klier fragte nach, was eine Machbarkeitsstudie kostet? Uome schätzt die Kosten auf etwa 50.000 Euro. Dies sieht auch Winkler so, aber auch hier gibt es 90 Prozent Förderung. Die Abstimmung über die Weiterverfolgung des Projekts wurde in die nichtöffentliche Sitzung verlegt, hier hat das Gremium die Verwaltung beauftragt, eine Machbarkeitsstudie mit Finanzierungsmöglichkeiten und einer Wirtschaftlichkeitsanalyse (Folgekosten) für ein "Begegnungs- und Bildungszentrum" in Marienweiher einzuholen.

Aus dem ehemaligen Gasthof "Weißes Lamm" soll ein Gemeinde-Begegnungszentrum werden. Sigrid Daum, die vorübergehende Inhaberin des Anwesens, stellt dem Gemeinderat ihre Visionen vor.