Markt Marktleugast

Markt Marktleugast – Aktuelles

Europa für Bürgerinnen und Bürger – 30 Jahre partnerschaftlicher Dialog

Gemeinsam unterzeichneten Bürgermeisterin Gyöngyi Poppréné Révay (von links) und Bürgermeister Franz Uome zwei schmucke Urkunden mit folgendem Inhalt: „Wir wollen unsere Gemeindepartnerschaft mit dem Versprechen erneuern, das noch engere Zusammenwachsen beider Gemeinden weiterhin voranzubringen, eine demokratische Bürgerbeteiligung fördern und für Frieden und Freiheit einzutreten.“ kpw

Auftritt des Gemischten Chores von Pilisszentiván mit Dirigent Franz Neubrandt. kpw

Auftritt des Musikvereins Marktleugast mit Dirigent Peter Weiß. kpw

Konzert der Sankt Iwaner Blaskapelle. kpw

Ehrung für Marktleugasts Altbürgermeister Manfred Huhs, der sich um die Partnerschaft verdient gemacht hat. kpw

Bürgermeister Franz Uome (von links) und Bürgermeisterin Gyöngyi Poppréné Révay dankten Elisabeth Bauer, die sich um die Partnerschaft verdient gemacht hat. kpw

Die Pilisszentiváner Tanzgruppe gefiel mit ihrer flotten Darbietung. kpw

Bürgermeisterin Gyöngyi Poppréné Révay zeichnete Bürgermeister Franz Uome in Würdigung seiner Verdienste um die Partnerschaft mit der Pilisszentiváner Ehrenmedaille aus. kpw

Die beiden Bürgermeister Gyöngyi Poppréné Révay (von links) und Ádám Brandhuber zeichneten Michael Laaber in Würdigung seiner Verdienste um die Partnerschaft mit der Pilisszentiváner Ehrenmedaille aus. kpw

Bürgermeisterin Gyöngyi Poppréné Révay (von rechts) zeichnete Piroska und Franz Neubrandt für den Gemischten Chor Pilisszentiván mit der Ehrenmedaille aus. kpw

Wir feierten
vom 19. Oktober 2018
bis 23. Oktober 2018
30. Partnerschaftsjubiläum -
30 Jahre freundschaftliche
Verbindung zwischen
Marktleugast und Pilisszentiván

Große Jubiläumsfeier anlässlich der 30-jährigen Partnerschaft
zwischen Marktleugast und Pilisszentiván in Ungarn

Mit zwei Bussen, mehreren PKWs und sogar mit dem Flugzeug reisten die Gäste der Marktleugaster Delegation am Freitag, den 19. Oktober, in der Partnergemeinde Pilisszentiván an. Nach einem großen "Hallo" fand ein gemeinsames Kennenlernen der Marktleugaster und Sankt Iwaner beim Abendessen mit guten Gesprächen statt. Hier wurde sogleich die europäische Vielfalt spürbar und der Gedankenaustausch intensiviert.

Am Samstagmorgen begrüßte Pater Adrian Manderla aus Marienweiher zusammen mit den Priestern aus Pilisszentiván die Marktleugaster Delegation und die Bevölkerung aus Pilisszentiván zu einer gemeinsamen Heiligen Messe in der feierlich geschmückten Aula der Schule. Auch hier ging es natürlich um Freundschaft, Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt in den Lesungen, Predigten und Fürbitten, die von beiden Seiten mitgestaltet wurden. Das i-Tüpfelchen dieser würdigen und wundervollen Messe bildete die musikalische Umrahmung durch den Gemischten Chor Pilisszentiván, der mit seinen glanzvollen Stimmen so manchen tief berührte. Europäische und gemeinsame Werte über den Glauben konnten hier nicht nur live erlebt, sondern sprichwörtlich gelebt werden und regten natürlich zu einer guten Diskussion unter den Teilnehmern an.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen starteten die interessanten Besichtigungen der Einrichtungen der Gemeinde Pilisszentiván mit Feuerwehr, Sportverein und Heimatmuseum mit Begegnungsstätte. Hier konnte ein direkter Einblick in die Lebens- und Arbeitsweise der Sankt Iwaner gewonnen werden. Gerade im Heimatmuseum konnte man einen guten Einblick in die Vergangenheit der überwiegend ungarndeutschen Bevölkerung durch Trachtenkleidung, Möbel, Geräte und Tagesabläufe gewinnen. Auch hier wurde natürlich festgestellt, dass alles auf einer gemeinsamen Kultur basiert und die Vereine und Hilfsorganisationen konnten im europäischen Dialog viele Erfahrungen untereinander austauschen.

Am Abend fand die große Jubiläumsfeier anlässlich der 30-jährigen Partnerschaft mit vielen Bürgerinnen und Bürgern aus Pilisszentiván und Marktleugast in der gutbesuchten Schulaula statt. Der Musikverein Marktleugast eröffnete die Feierlichkeit imposant und ehrenhaft mit der ungarischen und deutschen Nationalhymne und wurde natürlich von den mehreren hundert Gästen gesanglich begleitet. Diese Einheit aus Ungarn und Deutschen, die sich ehrwürdig der Hymne des jeweils anderen Landes anschließen, einfach Gänsehautfeeling pur!

Ein weiteres Glanzstück folgte mit der Bayerischen Hymne, die der Musikverein Marktleugast zusammen mit dem Gemischten Chor von Pilisszentiván zum Besten gab. Nach der Begrüßung aller Gäste von Anna Acél begeisterte der Musikverein Marktleugast mit weiteren Liedstücken. Die Kinder des Deutschen Nationalitäten Kindergartens haben sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und begrüßten die Gäste mit deutschen Liedern und Gedichten - einfach entzückend. Allgemein war es eine sehr imponierende Eröffnung dieses feierlichen Anlasses.

Am 21. Oktober 1988 wurde die Partnerschaft zwischen Marktleugast und Pilisszentiván gegründet. Doch was bedeutet eigentlich eine Partnerschaft zwischen zwei Siedlungen? Darauf ging Gyöngyi Poppréné Révay, Bürgermeisterin von Pilisszentiván, in ihrer Begrüßungsrede ein: "Es geht nicht nur um zwei Unterschriften. Wenn zwei Bürgermeister eine Kooperation unterzeichnen, haben sie nur den ersten Schritt getan. Eine Partnerschaft muss mit Vorstellungen, gemeinsamen Gedanken und Plänen gefüllt werden. Doch selbst das ist noch zu wenig. Die Vorstellungen und Pläne müssen auch verwirklicht werden. Das ist nur möglich, wenn wir die Tore weit öffnen, die Bürger und auch die jüngere Generation ansprechen und einbeziehen. Wir müssen erzählen, wie die vergangenen 30 Jahre waren, wie sich die Freundschaft vertiefen konnte und was diese Partnerschaft zusammenhält. (...) In dieser Partnerschaft geht es nicht um individuelle Erfolge, sondern um die gemeinsame Arbeit von selbstlosen, opferbereiten und begeisterten Menschen. Es geht um eine unermüdliche Kooperation, die nicht nur die Bürgermeister der beiden Gemeinden betrifft, sondern auch die Zivilvereine, Bürger und Freundschaften von sehr vielen Familien. Diese Partnerschaft ist eine riesige Möglichkeit, die sich auf enge, persönliche Freundschaften stützt." Sie betonte weiter, dass Sankt Iwan damals als erstes Dorf in Ungarn die Möglichkeit erhielt, mit einem westlichen Land eine Verbindung zu gründen und erinnert sich in Bezug darauf dankbar an Georg Bauer, der die Möglichkeit der Aufnahme der Kontakte bereits sehr früh vorgeschlagen hat. Er fand damals Partner im Marktleugaster Bürgermeister Manfred Huhs und seines Sankt Iwaner Kollegen Gábor Pénzes. Die hingebungsvolle Arbeit ihrer Männer unterstützten Elisabeth Bauer, Hannelore Huhs und Éva Pénzes. Weiter engagierten sich sehr aktiv Gyula und Elisabeth Marlok sowie Franz und Piroska Neubrandt mit dem Gemischten Chor, die Feuerwehren und viele weitere. Auch erhielt Pilisszentiván sehr viel Unterstützung aus Marktleugast, sei es von Unternehmern, Privatpersonen, Vereinen, der Kirche, der Schule und dem Bayerischen Roten Kreuz Mannsflur. "Wir danken Ihnen allen. Danke, dass Sie diese 30 Jahre alte Partnerschaft mit Leben gefüllt haben", so die Bürgermeisterin weiter. Es gehe nun darum, die Jugend einzuschalten, sie von der Partnerschaft zu begeistern und sie aktiv einzubeziehen. Es muss vermittelt werden, wie wertvoll und wichtig diese Freundschaft ist. "Wir haben eine große Verantwortung. Wir müssen der jüngeren Generation die Hand reichen und unser Herz öffnen, um diesen Schatz, den wir von unseren Ahnen erhalten haben, zu bewahren", schloss Bürgermeisterin Gyöngyi Poppréné Révay.

Freundschaft ist nicht nur ein wertvolles Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe. Franz Uome, Bürgermeister von Marktleugast, hob in seiner Begrüßungsrede vor: "Eine einmal errungene Freundschaft bleibt bestehen, wenn sie gelebt und erneuert wird. Diese Erkenntnis gilt nicht nur für eine Freundschaft zwischen Menschen, die sich nahestehen. Sie gilt auch für eine Freundschaft über Staatsgrenzen hinweg. Eine solche Freundschaft ist zwischen unseren Gemeinden, unseren Gemeinwesen während der letzten 30 Jahre entstanden. Sie hat sich nicht nur gefestigt, sondern sie ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Aus der Partnerschaft, die im Jahre 1988 besiegelt wurde, ist längst eine "feste Beziehung" geworden. Sie hat die Jahrzehnte ohne jede "Beziehungskrise" überstanden. Ihr Fundament ist festgefügt und stabil. Auf ihm wurde ein "Freundschaftshaus" errichtet. An seinem Bau haben viele Menschen mit Rat und Tat und voller Begeisterung mitgewirkt. Zu Beginn war vieles neu und unbekannt, was in der jeweils anderen Kommune selbstverständlicher Alltag war. Das betraf die Abläufe und Zuständigkeiten für die Entscheidungen in den Gemeindeparlamenten, das Vereinswesen, den schulischen Bereich und die kulturellen Angebote. Gerade diese Unterschiede haben die Beziehung interessant und spannend gemacht. Vieles konnten wir voneinander lernen, und das war eine Bereicherung für uns alle. Am wichtigsten waren stets die Begegnungen zwischen den Menschen. Diese Begegnungen waren nicht in erster Linie eine Frage der Organisation. Ich habe sie stets als Ausdruck des Willens und der Bereitschaft empfunden, über Grenzen hinweg tiefe Kontakte zu knüpfen und aufrechtzuerhalten. Unsere gelebte Gemeindepartnerschaft führt uns vor Augen, welche Bedeutung ein friedliches Miteinander von Völkergemeinschaften hat und wie viel Kraft von ihr ausgeht. Angesichts der Kriegszerstörungen in vielen Regionen auf unserer Erde und dem Leid, das Menschen dort ertragen müssen, wird das kostbare Gut des Friedens noch wertvoller. Es zu erhalten, muss ein Herzensanliegen aller Menschen sein. Wir sind ein Teil des "Europäischen Hauses". An seinem Aufbau muss weiter gearbeitet werden. Das ist nicht nur eine Aufgabe der "großen Politik". Partnerschaften zwischen Städten und Gemeinden und ihren Bürgerinnen und Bürgern über Staatsgrenzen hinweg sind das Fundament dieser europäischen Gemeinschaft. Sie müssen gefestigt sein, damit das gemeinsame Haus dauerhaften Bestand hat." Die Möglichkeiten der Partnerschaft seien noch lange nicht ausgeschöpft. Es gelte nun die jüngeren Bürgerinnen und Bürger für die Partnerschaft zu begeistern und an die Aufgaben heranzuführen, denn sie sind die Hoffnungsträger für eine friedliche Zukunft in Europa. Weiter sollten Schüler- und Jugendaustausche auf allen Ebenen organisiert werden und auch auf Vereinsebene sollten die gegenseitigen Beziehungen und Besuche vertieft, erweitert und auf eine breitere Basis gestellt werden. Zudem könnten sich Vertreter der Betriebe und Handwerker zu regelmäßigem Gedanken- sowie Erfahrungsaustausch treffen und sich mit guten Ideen gegenseitig helfen, fand Bürgermeister Franz Uome.

Auch der Parlamentsabgeordnete Zsolt Csenger-Zalán und Dr. Dezs? B. Szabó, Kulturrat und Direktor des Ungarischen Kulturinstituts in Stuttgart, gingen in ihren Grußworten auf den hohen Stellenwert dieser 30-jährigen Partnerschaft und ihre positive Entwicklung ein.

Weiter ging es im Programm mit einem sehr schwungvollen und schmissigen Konzert der Sankt Iwaner Blaskapelle, die pure Fröhlichkeit und Freude versprühte. Erfreut haben das Publikum zwei Buben aus der Nationalitätengrundschule, die mit deutschen Volksliedern auf dem Akkordeon zu begeistern wussten. Erstaunlich, wie sehr sich bereits die kleinsten Bürger mit der Kultur der Partnergemeinde beschäftigen und perfekte Darbietungen absolvieren.

"30 Jahre Freundschaft sind es wert, um zu feiern und auch etwas zurückzublicken. Auch gilt es Dank denen zu sagen, die diese langjährige Gemeinsamkeit mit unterstützt und getragen haben", blickte Marktleugasts Altbürgermeister Manfred Huhs zurück. "Unser gemeinsames Ziel, am 21. Oktober 1988 besiegelt, war das Bekenntnis zu einer Politik der Verständigung und des Friedens zwischen den Völkern, in der Hoffnung auf eine stetig sich vertiefende Freundschaft zwischen unseren Gemeinden." Die Sankt Iwaner Bürgermeisterin Gyöngyi Poppréné Révay sei zusammen mit Zweitem Bürgermeister Ádám Brandhuber auf einem guten Weg, diese Verbindung fortzuführen, damit auch in den nächsten 30 Jahren das Geschaffene weiter erhalten und gepflegt wird. "Ich wünsche beiden Gemeinden eine erfolgreiche Zukunft, ein gutes, vertrauensvolles Miteinander, viele schöne Begegnungen und ein gemeinsames, friedvolles Europa ohne Grenzen", schloss Altbürgermeister Manfred Huhs. Die Rede des gesundheitlich verhinderten früheren Bürgermeisters Gábor Pénzes verlas Bürgermeisterin Gyöngyi Poppréné Révay. Auch er bedankte sich für die vielen Jahre der Kooperation und wünschte weiterhin ein gutes Miteinander.

"Die Partnerschaft mit Leben füllen" - hier waren viele fleißige Hände beteiligt, Bürgermeister der letzten 30 Jahre, Gemeinderäte, deutsche und ungarische Vereine und natürlich auch Privatpersonen, allen denen wurde mit einer Auszeichnung und einem kleinen Präsent für das aktive Mitwirken an der Gemeindepartnerschaft ein Dankeschön ausgesprochen. Eingebunden waren hier auch die Auszeichnungen von Georg Bauer, die Elisabeth Bauer entgegen nahm, Manfred Huhs und Gábor Pénzes, die sich um die Partnerschaft verdient gemacht haben. Christian Diller bedankte sich im Namen seiner Oma Elisabeth Bauer für die Einladung, die sich über die 30-jährige Verbindung zu ihrer Heimatgemeinde freute.

Richtig traditionell, aber auch flott und lebhaft, war das Konzert des Gemischten Chores aus Pilisszentiván, der mit deutschen, aber auch ungarischen Liedern Stimmung in die Aula zauberte.

Nach dem Verlesen des neuen Gelübdes für die Zukunft der gemeinsamen Partnerschaft unterzeichneten Bürgermeisterin Gyöngyi Poppréné Révay und Bürgermeister Franz Uome feierlich die Partnerschaftsurkunde und besiegelten damit folgende Verbindung für die weitere Zukunft: "Eine Partnerschaft zwischen zwei Ländern kann nur erfolgreich sein, wenn Freundschaften der einzelnen Bürger und Vereine die Basis dafür sind. Über den Weg von Begegnungen auf allen Ebenen und Lebensbereichen konnten in dieser Verbindung zwischen Marktleugast und Pilisszentiván in den letzten 30 Jahren gegenseitige Vorurteile abgebaut und Gemeinsamkeiten festgestellt werden. Im kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich konnte viel voneinander gelernt werden. So wurden dauerhafte, enge und vor allem starke Freundschaften geschlossen. Die Freundschaft ist die Grundlage zweier Völker für ein gutes, friedliches Miteinander und so der Grundstein für ein vereintes Europa. Die zahlreichen Treffen von Bürgermeistern, Räten, Verwaltungen, Kirchenvertretern, Schulen, Kindergärten und Vereinen ermöglichten einen Dialog der Kulturen, der zu tiefen freundschaftlichen Verbindungen und fruchtbarer Kooperation geführt hat. Die 1988 geschlossene Partnerschaft beruht auf dem Prinzip des partnerschaftlichen Dialoges, der Solidarität, der gegenseitigen Wertschätzung und des Respekts. Sie fördert die europäische Integration und ist Garant für ein friedliches Europa. Nach 30 Jahren erfolgreicher Partnerschaftsarbeit ist jetzt besonders die Jugend aufgerufen, gegenseitig Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und grenzüberschreitendes Miteinander zu fördern. Gestützt auf vorhandene Verbindungen sollen sie nun zur europäischen Identität beitragen. Gemeinsame Geschichte, gemeinsame Werte, interkultureller Dialog, gegenseitiges Verständnis, Toleranz sowie Verantwortungsgefühl sollen sie erkennen lassen, dass die Zukunft Europas in ihren Händen liegt und die Jugend das Europa von Morgen gestaltet. Wir wollen unsere Gemeindepartnerschaft mit dem Versprechen erneuern, das noch engere Zusammenwachsen beider Gemeinden weiter voranzubringen, eine demokratische Bürgerbeteiligung zu fördern und für Frieden und Freiheit einzutreten."

"Freude, schöner Götterfunken" erklang von den himmlischen Stimmen des Gemischten Chores von Pilisszentiván. "Deine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt. Alle Menschen werden Brüder, wo dein Sanfter Flügel weilt. (...)Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein (...)" Mit diesen Worten wurde dieser wichtige Moment für Marktleugast und Pilisszentiván für eine gemeinsame, friedliche Zukunft in Europa nochmals hervorgehoben. Zum Abschluss führte die berühmte Cédrus-Tanzgruppe die deutschen Gäste in das Reich der traditionellen ungarischen Volkstänze ein. Die Augen der Marktleugaster Delegation wurden immer größer, denn dieser Auftritt war atemberaubend und spektakulär. Bei einem guten Essen und freundschaftlichen Unterhaltungen klang dieser perfekte und würdige Abend aus, der gezeigt hat, dass sich der Einsatz für Europa lohnt und dass jeder einzelne Bürger Verantwortung für Europa übernehmen kann und muss. Gerade das Erkennen von gemeinsamen Werten, Geschichte und Kultur hat in diesem Rahmen die Entwicklung eines europäischen Identitätsgefühls gefördert. Außerdem wurde die Entwicklung von Ungarn auf dem Weg zur Demokratie und zur Annäherung an Europa aufgezeigt und spürbar.

Am Sonntagmorgen begannen die Marktleugaster eine Reise in die historische Vergangenheit Europas auf dem Deutschen Nationalitätenlehrpfad in Pilisszentiván. Eine siebenköpfige fiktive Familie führte die Besucher durch den Lehrpfad. Alle Mitglieder der "schwäbischen" Verwandtschaft verkörperten je eine Tugend: die junge Anna zum Beispiel die Keuschheit, Theresia, die Großmutter, die Geduld, der kleine Junge, Nikolaus, die Mäßigung Hier konnten die Gäste Vergangenheit und Gegenwart der Deutschen in Sankt Iwan kennenlernen sowie auch die Werte erfahren, die alle Momente ihres Lebens bestimmt haben. Außerdem fanden mit weiteren Abordnungen zwei Workshops statt. Der erste Workshop beschäftigte sich mit dem Thema "Europäische Werte stärken - Reflexion über gemeinsame Werte, Geschichte und Kultur in Europa". Hier wurde schnell von den Teilnehmern erkannt, dass alle Wert, egal ob Demokratie, Frieden, etc., gegenseitig aufeinander aufbauen und alles zusammengehört, und so nur die Zusammenarbeit der einzelnen Länder und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu einem friedlichen Europa führt.

Der zweite Workshop wurde von Jugendlichen beider Gemeinden durchgeführt, die über die Zukunft Europas diskutiert haben und sich mit Ideen beschäftigt haben, die zur Stärkung der Demokratie und des Zusammenwachsens der europäischen Union führen sollen. Hier war interessant, dass sich die Jugend mehr Austausch untereinander wünscht. Sogleich wurden Gruppen in Facebook und WhatsApp gegründet, um ständig in Kontakt zu bleiben. Aber auch langfristig wünschten sich die jungen Bürgerinnen und Bürger Austausch auf allen Ebenen, wie z.B. ein Austauschjahr auf schulischer Basis, ein Studium oder sogar eine Berufsausbildung im anderen Land.

Zum Abschluss wurden die Ergebnisse der Workshops allen Teilnehmern eingehend präsentiert, um auch sie an den Gedanken und Ideen teilhaben zu lassen und zum Nachdenken anzuregen. Zum Verdauen dieser vielen Eindrücke und Informationen ging es anschließend zum gemeinsamen Mittagessen, das noch viel Zeit zum gegenseitigen Austausch bot. Mit einem tollen und klangvollen Standkonzert führte die Pilisszentiváner Blaskapelle in das Abendprogramm, gefolgt von interessanten und flotten Volkstänzen der Pilisszentiváner Tanzgruppe. Beeindruckt von den vielen bewundernswerten Darbietungen und Eindrücken wurde die 30-jährige Partnerschaft nun mit den Sankt Iwanern beim großen Ball mit Musik einer ungarischen Band bei Tanz, gutem Essen und Trinken gebührend gefeiert.

Um auch die Umgebung von Pilisszentiván näher kennen zu lernen, ging es am Montagmorgen nach Budapest. Ein Besuch der großen Markthalle mit Möglichkeit zum Bummeln und Shoppen, und eine anschließende Stadtrundfahrt mit Erklärungen der Sehenswürdigkeiten und der dahinterstehenden Geschichte durch Kati Gabeli rundeten diesen Vormittag ab. Am Nachmittag trafen sich die Gemeinderäte von Pilisszentiván und Marktleugast zu einer gemeinsamen Gemeinderatssitzung im Rathaus, um weitere Ideen und Zielvorstellungen für ein gemeinsames, demokratisches Europa festzulegen. So wurde ganz im Zeichen der Partnerschaft einstimmig beschlossen, dass einmal jährlich eine gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte Marktleugast und Pilisszentiván stattfindet und dass mindestens einmal jährlich ein gegenseitiger Besuch einer offiziellen Delegation, unabhängig von den Vereinen, Jugendverbänden und Privatpersonen, durchgeführt wird. Außerdem wurde ebenfalls einstimmig entschieden, dass das Versprechen der frisch unterzeichneten Partnerschaftsurkunde fortgeführt wird und dass es jetzt an der Zeit ist, dass sich auch die Jugendverbände mindestens einmal jährlich persönlich treffen. Außerdem wird das nächste, 35-jährige Partnerschaftsjubiläum im Jahre 2023 Marktleugast als Gastgeber ausrichten. Anschließend begingen die Marktleugaster Gäste zusammen mit der Pilisszentiváner Bevölkerung die Feierlichkeiten mit Kranzniederlegungen zum Gedenken an den ungarischen Volksaufstand und dem Freiheitskampf der Ungarn 1956. Durch Erzählungen, musikalischen Beiträgen und Videopräsentationen konnte diese tragische Geschichte hautnah miterlebt werden und verursachte tatsächlich Gänsehaut. Hier wurde wahrhaftig deutlich, wie wichtig die Bewahrung des friedlichen Europas ist und dass die europäischen Grundwerte von Freiheit, Solidarität und Pluralismus gefördert werden müssen. Die Erinnerung an den Ausbruch des Kalten Krieges 1948 und dessen Folgen für Ungarn und Deutschland sowie die Parallelen zwischen dem ungarischen Freiheitskampf und dem Aufstand in der DDR am 17.06.1953 sind die besten Beispiele für einen Aufruf zur Versöhnung, Frieden, Toleranz und Verständnis. Dieser bewegte Einblick in die grausige Geschichte muss Ansporn für die europäische Anwendung der Demokratie und hin zu einem friedlichen Miteinander sein. In diesem Rahmen haben Bürgermeisterin Gyöngyi Poppréné Révay und Zweiter Bürgermeister Ádám Brandhuber Marktleugasts Bürgermeister Franz Uome und Geschäftsstellenleiter Michael Laaber in Würdigung ihrer Verdienste um die Partnerschaft mit der Pilisszentiváner Ehrenmedaille ausgezeichnet. Gefüllt mit Eindrücken, bewegt und ergriffen, und mit viel Diskussionsbedarf fand dieser Tag beim gemeinsamen Abendessen für die Teilnehmer sein Ende.

Dienstagmorgen war es dann leider schon wieder Zeit "Lebe wohl" und "Auf Wiedersehen" zu sagen. Die herzliche Verabschiedung durch die Sankt Iwaner machte die Heimreise nach diesen wunderschönen Tagen nicht gerade einfacher. Vielen lieben Dank für alles!